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Roveja aus den Sibillinischen Bergen: die Geschichte einer Rarität

Roveja aus den Sibillinischen Bergen: die Geschichte einer Rarität
Vor einigen Jahren hat ein Keller in einem kleinen umbrischen Dorf diese scheinbar in Vergessenheit geratene Hülsenfrucht wieder zum Vorschein gebracht. Eine Zutat für ausgezeichnete Suppen und sogar Polenta. Er ist reich an Eiweiß und Kohlenhydraten und hat alle Voraussetzungen, um in ganz Italien geschätzt zu werden. Silvana Crespi De Carolis und Geltrude Moretti dachten sicher nicht, dass sie eine wichtige Geschichte unserer Gastronomie schreiben würden. Wir schreiben das Jahr 1998 und die Stadt ist Civita di Cascia (Perugia). Ein winziger Weiler auf 1300 Metern Höhe, der nach dem Erdbeben von 1979 halb zerstört und entvölkert wurde, aber immer noch voller junger Leute und dem Willen, etwas zu erreichen. Die beiden Frauen müssen einfach einen Keller in Ordnung bringen. Und was finden sie zwischen staubigen Regalen und alten Werkzeugen? Ein Glas mit kleinen roten, grünen, braunen und schwarzen Erbsen, die ihrem verstorbenen Schwiegervater gehörten. Auf dem Gefäß eine halb durchgestrichene Bleistiftinschrift: "roveggia". Als sie sie sah, rief Oma Lucia: "Das ist Roveja, es ist so gut, aber es wird dir den Rücken brechen!" So begann die Wiederentdeckung dieser Hülsenfrucht, die einst im gesamten mittleren Apennin, von der Colfiorito-Hochebene bis zum Gran Sasso, über Cascia und Castelluccio, angebaut wurde. Ein Produkt, das aufgrund seines Geschmacks und seiner ernährungsphysiologischen Eigenschaften heute das Zeug dazu hat, sich in Italien durchzusetzen.
Die Roveja, auch Roveggia oder Ackererbse genannt, ist eine Hülsenfrucht, die der Erbse ähnelt, aber kleiner ist und deren Farbe von grün bis braungrau reicht, der Farbe unseres Landes. Ihre Verbreitung in den Höhenlagen der Sibillinischen Berge ist auf ihre Fähigkeit zurückzuführen, niedrigen Temperaturen und Wasserknappheit zu widerstehen. Er war das Nahrungsmittel schlechthin für die in den Höhenlagen lebenden Hirten und Bauern, die aus ihm zusammen mit Linsen, Platterbsen, Saubohnen und Bohnen oder zusammen mit Dinkel schmackhafte Suppen zubereiteten. Zwischen Colfiorito und Gran Sasso, über die "Hauptstadt" Civita di Cascia, ist sie auch in der freien Natur zu finden, an Steilhängen, auf Wiesen und manchmal sogar am Straßenrand. Aus diesem Grund glauben viele Forscher, dass die Ackererbse (Pisum arvense) der Vorfahre der Erbse (Pisum sativum) ist. Andere glauben, dass es sich um zwei völlig verschiedene Arten handelt.
In der Gegend von Cascia zeugt die "Fonte dei rovegliari" im Ortsteil Preci von der Antike dieser Kulturpflanze, die seit prähistorischen Zeiten angebaut wird und in römischen und mittelalterlichen Rezeptbüchern mehrfach erwähnt wird. Der Bologneser Agrarwissenschaftler Pietro de'Crescenzi (1233-1320) ging sogar so weit, die weiße Rubiglia" von der schwarzen zu unterscheiden, wobei die letztere weniger wertvoll sei als die erstere". Im Laufe der Zeit schienen die alten Verträge die Roveja jedoch mehr und mehr auf eine Pflanze zu beschränken, die eher als Futter für Lämmer und Vögel denn als Nahrungsmittel für den Menschen geeignet war. Der Niedergang und das zeitweilige Verschwinden von der Tafel im Apennin erfolgte in der Nachkriegszeit, als die Roveja zugunsten rentablerer Kulturen aufgegeben wurde, während die Entvölkerung der Berggebiete die Ackerbohne zu einer fernen Erinnerung an eine elende Vergangenheit machte, die es zu vergessen galt. Obwohl sie sehr einfach anzubauen ist, ist der Anbau dieser Hülsenfrucht sehr anspruchsvoll. Wenn die Pflanze voll mit Schoten ist, biegen sich die Zweige zum Boden hin. Die Ernte, die im Sommer nach der Aussaat im März erfolgt, kann daher nur von Hand erfolgen und ist zudem "Knochenarbeit". Seit 2006 ist die Roveja ein Slow-Food-Prädikat, und ihre Verwendung in der Küche wird auch in den Nachbarregionen wiederbelebt.

Das liegt vor allem an ihrem Geschmack und ihren wirklich bemerkenswerten ernährungsphysiologischen Eigenschaften, insbesondere für Vegetarier, die immer auf der Suche nach pflanzlichen Proteinen sind: Als frische Hülsenfrucht enthält sie nämlich 7 % Eiweiß und liefert etwa 75 Kalorien pro 100 Gramm. Als trockene Hülsenfrucht enthält sie 21 % Eiweiß und liefert etwa 300 Kalorien pro 100 Gramm, kombiniert mit einem hohen Kohlenhydratgehalt von 50 %. Außerdem ist er reich an Kalium, Phosphor, Ballaststoffen und Vitamin B1.

Ein idealer Begleiter für Platterbsen, Saubohnen, Dinkel...
In der Küche kann es grundsätzlich auf zwei Arten verwendet werden. Erstens in Suppen, allein oder häufiger gemischt mit Dinkel oder anderen Hülsenfrüchten, angefangen bei Saubohnen und Platterbsen. Die getrocknete Roveja sollte mindestens 12 Stunden lang eingeweicht und dann 40 Minuten lang gekocht werden. Nach dem Abtropfen Knoblauch, Zwiebel, Paprika und Petersilie in nativem Olivenöl extra anbraten, das Tomatenpüree und schließlich die gekochte Roveja hinzugeben und noch einige Minuten kochen lassen. Neben Hülsenfrüchten und Getreide können Sie auch Kartoffeln, Karotten, Sellerie, Chilischoten und Speck als Zutaten verwenden und zum Schluss mit Croutons einen Schuss rohes natives Olivenöl extra aufträufeln.

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